Unser Warentauschtag findet am 6. und 7. April statt. Der Termin in unserem Jahresprogramm war leider falsch. Wenn Ihr gebrauchsfähige Waren habt die Ihr loswerden möchtet, bitte am Freitag vorbeibringen oder wir holen diese ab. Auch ist der Warentauschtag ein Treffpunkt vieler NABU Mitgliedern, Helfer und Freunde, ich würde mich freuen Euch am Freitag oder Samstag zu sehen. 06.04.2018 Warentauschtag Neuffen Annahme 17.30 -19.00Uhr 07.04.2018 Warentauschtag Neuffen Ausgabe 9.00 -11.00Uhr

Der Wiedehopf – wieder Brutvogel im Landkreis Esslingen

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Wolf und Luchs tauchen immer wieder in Baden-Württemberg auf und zeigen publikumswirksam, dass die Natur, sofern man sie denn gewähren lässt, eine große Dynamik hat. Zwar verschwinden in unserer dicht besiedelten Landschaft immer mehr Arten, aber einige sind offensichtlich gewillt, auch wieder zurück zu kommen. Und hierzu gehört der Wiedehopf. Die Rückkehr dieser beeindruckenden Vogelart als Brutvogel in den Landkreis Esslingen ist eine kleine vogelkundliche Sensation!

In den 1950er Jahren war der Wiedehopf regelmäßiger Brutvogel im damaligen Landkreis Nürtingen. So brüteten in den 1960er Jahren allein um Kirchheim/Teck 15 Paare. Auch in zahlreichen anderen Orten wurden Wiedehopfpaare festgestellt. Leider wissen wir nicht allzu viel über die Gründe für das Verschwinden der Art spätestens in den 1970er Jahren in unserem Gebiet. In den Folgejahren wurden nur noch einzelne Vögel während der Zugzeit gesichtet.

In Baden-Württemberg brütete der Wiedehopf ab den 1990er Jahren regelmäßig nur am Kaiserstuhl und im Freiburger Raum.

Der Wiedehopf lebt in offenen Landschaften mit einem mehr oder weniger lockeren Baumbestand. Gibt es in diesem noch eine nicht zu intensive Beweidung sind die Lebensgrundlagen perfekt. Deshalb befanden sich die ehemaligen Brutplätze in unserem Gebiet hauptsächlich in Streuobstwiesen. Diese entsprechen diesen Anforderungen. Am Kaiserstuhl besiedelt der Wiedehopf Weinberge, ernährt sich dort aber hauptsächlich auf Brachflächen oder an Weinbergmauern mit großem Insektenvorkommen. Die Motivation der Besiedlung ist dabei sicherlich nicht der Weinanbau sondern das hohe Insektenvorkommen in klimatisch begünstigten Gebieten.

Im Jahr 2015 startete das Biosphärengebiet Schwäbische Alb mit dem Landkreis Esslingen sowie Naturschutz-, Obst- und Gartenbauvereinen eine Initiative zur Wiederansiedlung des Wiedehopfes im Landkreis Esslingen. Auf Grund der Erfahrungen im Freiburger Raum wurden in Streuobst- und Weinbaugebieten in der Biosphärenregion Nistkästen für den Wiedehopf angebracht, mit der Hoffnung, dass diese eine Wiederbesiedlung begünstigen würde. Diese Nistkästen weisen für die potentielle Brut sehr günstige klimatische Bedingungen auf und bieten einen großen Schutz vor Feinden.

Zunächst hat sich der Wiedehopf für eine Streuobstwiese entschieden.

 

2016 wurde in Kohlberg um den Jusi wochenlang ein Wiedehopf beobachtet. Die vermutete Brut konnte nicht bestätigt werden.  Anders im Jahr 2017!

Bei einer Veranstaltung des NABU Neuffen Beuren (Beobachtung der Ankunft der Sommervögel) fielen die hup hup hup Rufe eines Wiedehopfes auf. Die Teilnehmer vermuteten einen Durchzügler. Wir sahen den Wiedehopf danach immer mal wieder fliegen, aber nicht mehr rufen. Das ließ uns hoffen. Wiedehopfe rufen nämlich nicht mehr, wenn sie ein Weibchen gefunden haben. Die tagelange Nachsuche eines Mitglieds brachte die Gewissheit, dass der Wiedehopf tatsächlich zum ersten Mal nach zig Jahren sich die Biosphärenstadt Neuffen zum Brüten ausgesucht hatte. Es wurden vorsichtshalber nur 3 Personen eingeweiht, die Beobachtung aus sicherer Entfernung durchgeführt und mit dem Teleobjektiv dokumentiert. So brachte das Paar 3 Jungvögel erfolgreich zum Ausfliegen. Als Nistplatz wurde ein alter Apfelbaum mitten in den Streuobstwiesen gewählt. Hier fühlte sich das Paar wohl; viele Arten von Obstbäumen aller Altersklassen, unterschiedlich stark genutzte Wiesen, eine kleine Schafherde, kurz gesagt eine extensiv genutzte Landschaft war ausschlaggebend für die erste Wiederbesiedlung.

 

Wie geht es weiter?

Die Zukunft wird zeigen, ob dies eine einmalige Besiedlung war oder ob sich dieser bemerkenswerte Vogel wieder in unserem Lebensraum behaupten kann. Auch ein zweites Paar Wiedehopfe wurde im Juni 2017 in Neuffen gesichtet, allerdings konnte hier kein Brutnachweis erbracht werden.

Eine nachhaltige Förderung des Streuobstbestandes ist nötiger denn je. Nistkästen sind gut, ohne ausreichendes Nahrungsangebot jedoch wirkungslos. Auch die Weingärtnergenossenschaft Neuffen hat mit  dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb erste Schritte zur Verbesserungen für den Lebensraum des Wiedehopfs in den Weinbergen eingeleitet. 

Die Kommunen, die Teil des Streuobstparadieses Albtrauf sind, haben die einmalige Chance durch die umfassende Verbesserung seiner Lebensbedingungen den Wiedehopf wieder dauerhaft anzusiedeln. Ein Nutzen für die Natur und den sanften Tourismus.

Ein „Aktionsbündnis Wiedehopf“ im Biosphärengebiet wäre förderlich. Erstes Ziel muss der Erhalt (s)eines intakten Lebensraumes sein, mit der Bewahrung beziehungsweise der Verbesserung seiner Lebensgrundlagen. Andere Schritte könnten die Vermarktung der regionalen Produkte mit dem Logo „Wiedehopf“ und sanfter Tourismus sein.

Kommen sie mit dem NABU raus in die Natur. Wir würden uns freuen, wenn sie unsere diesbezüglichen Veranstaltungen besuchen. Gerne dürfen sie auch Mitglied in unserem Ortsverband werden und so unsere Arbeit für die Natur unterstützen.

 

NABU Imagefilm

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